Abschied von einer Freundin

Manchmal schicken mich meine Träume nachts auf eine Reise, die mich tief bewegt und den ganzen Tag nicht mehr los lässt. Ich merke dann, dass Dinge, die ich eigentlich schon abgehakt glaubte, noch nicht wirklich verarbeitet sind. In letzter Zeit träume ich ziemlich oft von einer Freundin. Sie war eine meiner besten Freundinnen, doch ich habe sie verloren.

Klingt jetzt hoch dramatisch, aber sie ist nicht gestorben oder so was. Sie ist nur aus meinem Leben verschwunden. Wir haben keinen Kontakt mehr. Zweimal ist mir das schon in meinem Leben passiert, dass ich eine sehr innige Freundschaft verloren habe und mich bis heute frage warum. Auseinander gelebt sagt man häufig. Doch wie kommt so etwas? Wir waren wie Jacke und Hose, wie Topf auf Deckel, Seelenschwestern. Zumindest für mich fühlte es sich so an. Und dann gab es eben nicht den großen Knall, einen Streit, einen Bruch, sondern einen schleichenden Prozess, in dem man nach und nach den Draht zu einander verliert. Wechselnde Interessen und Lebensumstände oder ein neuer Freundeskreis könnten der Auslöser gewesen sein. Oder gab es vielleicht doch einen Bruch und ich habe es nur nicht gemerkt?

In meinen Träumen dreht sich alles um das „Warum?“, aber auch um das Vermissen. Ich möchte sagen „Hey, ich vermisse dich. Ich denke noch immer oft an dich und an die wunderschöne gemeinsame Zeit. Wie geht es dir? Was machst du so?“, aber ich habe keine Gelegenheit mehr dazu. Irgendwie muss ich damit abschließen und ich dachte, vielleicht hilft es mir meine Gedanken hier in Worte zu fassen. Vielleicht ist da sogar ein Fünkchen Hoffnung, dass diese liebe Freundin auch manchmal noch an mich denkt und diese Worte hier liest?

Wenn dem so ist, dann lass dir gesagt sein: Ich hoffe ich habe nichts getan, dass dich verärgert hat und zum Abbruch des Kontakts geführt hat. Wenn doch, dann tut es mir ehrlich leid. Ich hoffe wir haben uns wirklich einfach nur auseinander gelebt. Ich hoffe du bist glücklich und es geht dir gut. Du würdest jetzt vermutlich sagen, dass ich mir einfach viel zu viel Gedanken um alles mache. Es ist einfach, wie es ist. Oder? Trotzdem lässt du mich nicht los. Und ich würde mich freuen von dir zu hören. Dein heutiges Ich neu kennen zu lernen und zu sehen, ob da nicht doch noch was ist zwischen uns…

Ist euch so etwas auch schon mal passiert und ihr habt einen innigen Freund, oder eine Freundin aus den Augen verloren und fragt euch bis heute wie das passieren konnte? Wie seid ihr damit umgegangen? Würdet ihr versuchen den Kontakt nochmal aufleben zu lassen? Vielleicht einen Brief schreiben?

6 Gedanken zu „Abschied von einer Freundin

  1. @ Michael: Verstehe. Ja, ich bin nach wie vor hin und her gerissen mal Laut zu geben oder es doch sein zu lassen.

  2. @maru da habe ich mich bisschen vertippt..ich meinte in meiner erinnerung konserviert sich ein bild von einer person und manchmal wenn dann viel zeit vergeht und man trifft die person später wieder dann versucht man an dieses meist ja positive bild was man hat anzuknüpfen aber es klappt nicht mehr, weil einfach viel passiert ist und sich geändert hat und man auch viel ggf. nicht mitbekommt. es gibt dann so fälle wo man es hinkriegt aber manchmal merkt man auch irgendwie ist da zuviel unterschied entstanden.

  3. Ich konserviere häufig gute Erinnerungen an Freunde in meinem „Bilder der Person“ und bin bereit diese gerne später zu reaktivieren und man kann trotz Zeit und Entfernung befreundet sein bzw. die Freundschaft wieder aufleben lassen. Manchmal geht das gut, manchmal passiert aber auch Viel und der Mensch verändert sich (oder man selbst verändert sich auch) und irgendwie merkt man, es ist nicht mehr so wie es war und irgendwie ist es verkrampft geworden. Ich versuche dann häufig nachzudenken an welchem Punkt das Ganze „gekippt“ ist. Aber meistens komme ich zu keinem Ergebnis wenn nicht irgendwas Konkretes vorgefallen ist, was meistens nicht der Fall ist.

  4. @ Sarah: Man verliert ja so manche Menschen aus den Augen mit der Zeit, aber bei manchen bleibt irgendwie was zurück. Es tut einem leid und man vermisst sie und die schöne Zeit, die man miteinander hatte. Bei anderen ist es okay. War schön so lang, wie es dauerte, aber auch so ist es okay. Eine Freundschaft auf Zeit sozusagen. Umso mehr freue ich mich aber über alle langjährige Freundschaften, die sich sogar über solche Entfernungen halten wie Berlin-Frankfurt oder Frankfurt-München. *love*

  5. Hachja… ja, du weißt, es geht mir auch so. Ich habe das Gefühl eben nicht nur einen Freund, sondern einen ganzen Freundeskreis verloren zu haben und es schmerzt manchmal aus der Ferne zu sehen, wie sie sich alle noch treffen und einander sehen und ich nur am Rande stehe und mich frage, wie das passieren konnte.
    Ich habe es mal versucht mit wieder aufleben lassen, aber es brachte mir nur noch mehr Enttäuschung…

    Ich hoffe sie liest es und es kommt zu einem Happy end und wenn nicht, dass es dir zumindest jetzt ein bisschen leichter fällt.

    An manchen Tagen denke ich, dass ich abgeschlossen habe und dann liegen die Erinnerungen wie ein Gewicht auf meinem Kopf und meinem Herzen und ich wünsche mir die alte Zeit zurück. Die neue ist auch schön, aber eben anders.

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