London, ein Städtetrip mit (Klein-)Kindern

London 00„Ich muss geschäftlich für drei Tage nach London…“, erklärte der Prinz mir am Telefon. „Nimm uns mit!“, rief ich aufgeregt, denn nach London wollte ich schon immer. Plötzlich ging alles ganz schnell und ehe ich mich versah, saßen wir vier im Flieger. Schon der zweite Flug für die kleine Lady und die kleine Maid. Der erste ging letzten Herbst nach Berlin.

London mit zwei (Klein-)Kindern – Vorfreude und Ängste

Nach der ersten Euphorie, dass der Traum nach London zu reisen wirklich in Erfüllung gehen würde, kamen auch erste Zweifel auf. Mit zwei Kleinkindern, die gerade 1 und 4 Jahre alt geworden waren, durch eine mir unbekannte Großstadt ziehen? Der Prinz würde die meiste Zeit arbeiten, soviel war klar.
Kurz vor Abflug hätten wir die Reise beinahe storniert. Zwei Terroranschläge in Großbritannien, einer direkt in London… Forderten wir unser Glück heraus? Brachten wir die Kinder unnötig in Gefahr? Letztlich entschieden wir uns für die Reise. Ab dem Moment ließ ich keine negativen Gedanken mehr zu.

Planung für einen Städtetrip mit (Klein-)Kindern

Eine große Hilfe bei der Planung waren mir die Reiseberichte von Mari auf ihrem Blog „Baby, Kind und Meer“. Ansonsten habe ich mich bei der Planung vor allem an den Bedürfnissen der Kinder orientiert. Das heißt vor allem Zeitdruck vermeiden, immer etwas zu essen und zu trinken dabei haben und jede Möglichkeit aufs Klo zu gehen nutzen. *lach* In Sachen Sightseeing haben wir letztlich mehr geschafft als ich erwartet hätte. Immer ein bisschen was für die Mama mit Aussicht auf Spielplatz oder Park für die Kinder.

Das Fahren mit Bus und Bahn war für die Kinder ein spannendes Highlight, da wir sonst selten mit den Öffentlichen fahren. Dank Oyster Card konnten wir uns das ständige Tickets lösen sparen. Die kleine Maid hatte ich die meiste Zeit in der Manduca und die wichtigsten Sachen (ein paar Windeln, Handy, Portemonnaie und Snacks) in einer größeren Bauchtasche. Die Babytrage war wirklich praktisch, denn London ist tatsächlich nicht gerade Kinderwagen-freundlich. Es gibt kaum mal einen Fahrstuhl.

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Unsere Unterkunft in London

Unser Hotel, das „Kingsway Hall Hotel“ in Covent Garden, war eher ein typisches Tagungshotel und trotzdem war das Personal sehr kinderfreundlich. Es gab ein großes Frühstücksbuffet und kostenlos Kakao für die kleine Lady. Vor allem lag es schön zentral und wir konnten auch mal für eine Verschnaufpause zurück kehren und dann wieder los ziehen.

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„Kensington Gardens“ und „Diana Memorial Playground“

Die kleine Lady spricht immer noch vom „schönsten Spielplatz aller Zeiten“, dem „Diana Memorial Playground“ in den „Kensington Gardens“. Wir waren jeden Tag mindestens eine Stunde dort. Es gibt so viel zu entdecken! Neben Captain Hooks Schiff zum Erobern und Klettern, gibt es unzählige Geheimwege, die in neue Spielbuchten führen. Hier eine Ritterburg, dort Tipis, Schaukeln, Holzschafe zum Reiten, große Musikinstrumente und und und…
Besonders begeistert war die kleine Lady vom Wasserspielplatz, den wir ab dem zweiten Tag dank schönstem Sonnenschein auch ausgiebig nutzen konnten. Der kleinen Maid reichte es einfach nur im Sand zu sitzen und ihn durch die Fingerchen rieseln zu lassen. Sand, so weich wie in der Karibik! Ich weiß wovon ich rede…

Der Spielplatz ist übrigens komplett eingezäunt und bewacht. Es gibt Toiletten und einen Kiosk.

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Auf den Spuren von „Harry Potter“

So kurzfristig wie wir die Reise antraten, gab es keine Tickets mehr für die „Harry Potter Studio Tour“. Da die Kinder für die Bücher und Filme noch zu jung sind, wäre es wahrscheinlich auch nicht so interessant für sie gewesen. Dafür sind wir in einem der roten Busse nach „King’s Cross“ gefahren und haben uns das Gleis 9 3/4 angesehen. Schon die Fahrt mit dem Bus war sehr abenteuerlich und rasant. Erinnerte mich tatsächlich an den „fahrenden Ritter“. Wir saßen natürlich oben und ganz vorne und riefen so manches Mal kichernd „Vorsicht, Taube! Vorsicht, Frau!“, so knapp düste der rote Doppeldecker durch die Straßen Londons. Wir haben gelacht bis uns die Bäuche weh taten.

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Direkt neben dem Gleis 9 3/4 gibt es auch einen Harry Potter Shop. Die kleine Lady war besonders fasziniert von den Zauberstäben. Welcher ihr am besten gefiel? Der vom „Bösewichtel“ Voldemort. *lach* Da ließ sie sich nicht beirren. Zum Schluss hätte sie gerne eine ganze Plüsch-Eulenfamilie adoptiert.

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Unfreiwilliges Sightseeing

Unser zweiter Tag startete etwas chaotisch. Dank veraltetem Busplan (für die Züge hatte ich eine sehr gute App) stand ich plötzlich mitten in der Stadt und wusste nicht mehr weiter. Zu Fuß haben wir drei Stunden (!) nach dem „St. James’s Park“ gesucht. Dabei kamen wir am London Eye vorbei, haben dem Läuten des Big Ben gelauscht (Elizabeth Tower) und sind bei der Westminster Abbey über den Bordstein balanciert. Immer dabei eine Tüte Nüsse für die zahmen Eichhörnchen, von denen ich auf Maris Blog gelesen hatte.

Die kleine Lady ist mit einer Engelsgeduld mit mir herum gelaufen und hat auch nicht gejammert, als ich gegen Mittag beschloss die Suche fürs Erste abzubrechen und mit der Tram zum Hotel zurück zu kehren. Die kleine Maid schlief fast die ganze Zeit in der Trage.

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Am nächsten Tag haben wir nach einer morgendlichen Tour zur Tower Bridge noch Mal unser Glück versucht und doch noch den Park und die Eichhörnchen gefunden.

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„St. James’s Park“ und „Buckingham Palace“

Neben dem „Diana Memorial Playground“ und der lustigen Busfahrt hat der Besuch im „St. James’s Park“ den meisten Eindruck bei den Kindern hinterlassen. Die Eichhörnchen haben uns die Nüsse direkt aus der Hand geschnappt. Wir wurden regelrecht belagert. Als ich die kleine Maid wickeln wollte, musste ich die Plüschbande erstmal ein wenig zur Seite scheuchen und gleich kamen sie wieder heran, sehr zur Freude der kleinen Maid. Als es an der Zeit war weiter zu ziehen meinte die kleine Lady „Ich möchte die Zeit nochmal zurück spulen. Es war sooo schön.“ und das war es wirklich.

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Wir sind jedoch nicht gegangen bevor wir aus der Ferne noch einen kurzen Blick auf den Buckingham Palace werfen konnten. Dort war gerade eine Parade, die wir zwar nicht gesehen, aber gehört haben. Von solchem Tumult habe ich mich allein mit den beiden Mädels dann doch lieber fern gehalten.

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Landestypische Küche

Da fahren wir nach London und was essen wir jeden Tag? Sushi! *lach* Es gibt dort eine Kette kleiner Lädchen, wo man sich die japanischen Köstlichkeiten selbst zusammenstellen und mitnehmen kann. Die kleine Lady liebt Sushi und es ist das perfekte Picknick!

Trotzdem haben wir es uns nicht nehmen lassen und auch mal „Fish & Chips“ probiert und zwar gleich in dreifacher Ausführung. Und wir haben Londons bester Pizzeria „Pizza Union“ einen Besuch abgestattet. Im Hotel gab es landestypisches Frühstück. Sehr lecker, aber für meinen Geschmack fehlt es allem immer etwas an Gewürz, besonders an Salz.
Scones wollte ich so gerne noch probieren, aber es hat sich nicht mehr ergeben. Dafür haben wir zu Hause selbst welche gebacken nach diesem Scones-Rezept. Yummy!

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Unsere Souvenirs

Was wäre ein Städtetrip von Maru ohne einen Blick auf die Souvenirs? *kicher* Ich liebe mein „Best Self Journal“ und die zusammenfaltbare Tasche (im Hintergrund) ist beinahe täglich im Gebrauch. An unserem Kühlschrank hängt nun ein Magnet vom Gleis 9 3/4. Die Kinder haben sich je eine Plüsch-Hedwig mitgenommen und die kleine Lady noch ein Peppa Pig Buch zum Uhrzeit lernen. Dem Prinzen habe ich bei Hamleys (riesiges Spielwarengeschäft) ein Set für im Dunkeln leuchtende Riesenballons mitgebracht.

London, wir kommen wieder!

Wir haben so viel gesehen und erlebt und trotzdem waren drei Tage viel zu kurz. Nächstes Mal möchte ich die Tower Bridge gerne komplett überqueren und die Harry Potter Studio Tour machen. Außerdem habe ich mich geärgert bei Hamleys keinen der süßen Doppelstockbusse mit Rückziehmotor mitgenommen zu haben.

Habt ihr schon einmal einen Städtetrip mit Kindern unternommen? Und wenn ja, wie hat es geklappt? Als nächstes Planen wir einen Städtetrip nach Paris. Hat jemand kindertaugliche Paris-Tipps für mich?

Essensplan und Großeinkauf organisieren

Essensplan und Einkaufshelfer

Macht ihr euch einen wöchentlichen Essensplan, oder kocht ihr Tag für Tag ganz spontan worauf ihr gerade Appetit habt? Seit wir Kinder haben, bemühe ich mich noch mehr darum abwechslungsreich zu kochen: Viel Gemüse, nicht zu oft Fleisch, einmal die Woche mindestens auch Fisch. So zumindest in der Theorie.

Seit geraumer Zeit gehen wir auch nur noch einmal in der Woche einkaufen. Das spart Zeit und Geld, da es einen vor zu vielen Spontankäufen bewahrt. Der Prinz hat uns eine App programmiert. Wir nennen sie den „Einkaufshelfer“. Man kann alles eintragen, was gekauft werden muss, jedem Produkt wird eine Kategorie zugeordnet. Dann klickt man nur noch den Laden an, in dem man einkauft und bekommt die Einkausliste in idealer Reihenfolge präsentiert. Sollte man zu zweit einkaufen, sieht man mit der „Refresh“-Funktion, was der andere bereits gekauft hat und legt nichts doppelt in den Wagen. Wir wollen nie wieder ohne einkaufen!!!

Unser Essensplan vom 25. August bis zum 01. September

Vor dem Einkauf muss aber natürlich erstmal eine Liste her und dafür setze ich mich jede Woche hin und schreibe einen Essensplan. Natürlich tauschen wir nach Belieben die Tage auch mal aus, aber der grobe Rahmen steht.

Tag

Essen

25.08., Freitag

Pizza

Fl

26.08., Samstag

Going Out

X

27.08., Sonntag

Kalbsschnitzel à la „Schnitzel Spezial“ mit Pü

Fl

28.08., Montag

Onigiri mit Lachs und Thunfisch

Fi

29.08., Dienstag

Pellkartoffeln und Quark

V

30.08., Mittwoch

Spaghetti mit Tomatensoße

V

31.08., Donnerstag

Gemüsesuppe mit Waffeln

V

01.09., Freitag

Fischstäbchen mit Pü und Mischgemüse

Fi

Going Out bedeutet, dass wir auswärts essen, zum Beispiel bei der Familie oder Freunden. Daher steht in der letzten Zeile auch ein X, weil jemand anderes kocht und wir nicht wissen ob es Fleisch (Fl), Fisch (Fi) oder vegetarisches (V) Essen gibt. Die Kürzel helfen mir ein wenig den Überblick zu behalten. Den fertigen Essensplan hänge ich dann an unserem Menüboard aus.

Essensplan Mag-ich-Liste

Neues ausprobieren mit der „Mag ich“-Liste

Die kleine Maid isst so gut wie alles, die kleine Lady isst hingegen am Liebsten, was sie schon kennt. „Das mag ich nicht“, bekomme ich oft schon zu hören, bevor sie eine neue Komponente auch nur einmal probiert hat. Mit gaaanz viel überreden probiert sie dann doch und oft schmeckt es überraschender Weise gut! Sieh an, sieh an.
Wir haben eine „Mag ich“-Liste angelegt, auf der wir alle Lebensmittel, die so auf den Tisch kommen aufmalen und dann ein lachendes, neutrales oder unzufriedenes Smiley danach malen. So lässt sich die kleine Lady animieren doch mal Neues auszuprobieren, wenn es danach auf der Liste bewertet werden darf. So entdeckte sie zum Beispiel Brokkoli für sich!

Solltet ihr Interesse an unserem Einkaufshelfer haben, dann gebt doch mal Laut. Ich bearbeite den Prinzen schon lange den mal so zu überarbeiten, dass ihn jeder für sich einrichten und nutzen kann, weil er so genial ist.

Marienkäferparty zum ersten Geburtstag

Marienkäferparty Blumenstrauß„Wenn es wieder ein Mädchen wird, dann wird der erste Geburtstag mit einer Marienkäferparty gefeiert!“ Die kleine Maid war noch nicht geboren, es stand noch nicht einmal fest welches Geschlecht mein kleiner Bauchbewohner haben würde, als ich das lautstark verkündete. Kleinkinder lieben starke Kontraste, weshalb ich mich für dieses Motto mit der Farbkombi rot-schwarz-weiß entschied. Ende Mai war es dann soweit…

Making-of unserer Marienkäferparty – Einladungskarten und Deko

Marienkäferparty Einladungskarten

Die Idee für die aufklappbaren Einladungskarten hatte ich bei Scrap’n’Bake aufgeschnappt. Anschließend habe ich sie frei nachgebastelt (mit Vorlage kann ja jeder). Den Körper, die Flügel und die Punkte habe ich aus Tonkarton ausgeschnitten. Dann die Flügel mit Verschlussklammern für Umschläge am Körper befestigt. Als Fühler habe ich je einen halben Pfeifenputzer über einen Finger eingerollt und auf der Rückseite des Körpers mit Tesa befestigt. Die Briefumschläge, in denen ich die Einladungen verschickt habe, wurden natürlich mit passenden Stickern verziert.

Zwei der Marienkäfer dienten zusammen mit ausgeschnittenen Tonkarton-Blumen und dem Namen des Geburtstagskindes als Girlande. Nach der Party kann man so eine Girlande wunderbar als Türschild oder Wanddeko fürs Kinderzimmer verwenden.

Unser Kuchenbuffet zur Marienkäferparty

Marienkäferparty Kuchen

Die süße Marienkäfertorte (links) bekommt man bei bofrost. Der Kuchen in der Mitte ist ein New York Cheesecake nach diesem Rezept mit Erdbeeren. Für die raffinierte Optik halbiert man Erdbeeren und legt sie rundherum in die Springform an den Rand. Die Mitte füllt man mit ganzen Erdbeeren mit der Spitze nach oben. Darauf verteilt man die Käsekuchenmasse. Ein richtiger Hingucker! Oben drauf kamen halbierte Erdbeeren, die ich mit etwas Kuvertüre und einer halbierten Traube als Kopf in Marienkäfer verwandelt habe. Die Marienkäfer-Muffins (rechts) hat uns die Verlobte meines Bruders mitgebracht, die mich schon zu meiner „Mommy-to-Bee“-Bienenparty mit süßen Bienen-Muffins überrascht hatte.

Hier noch ein paar weitere Bilder der Feier unseres süßen Krabbelkäfers…

Marienkäferparty Geburtstagskind

„Wirklich? Ich werde heute schon ein Jahr alt? Da muss ein Irrtum vorliegen!“

Marienkäferparty Luftballon Geburtstagstisch

Marienkäfer-Heliumballon und der Geburtstagstisch…

Marienkäferparty Servietten Geburtstagsoutfit

Die niedlichen Marienkäfer Serviettenund die dazu passende Marienkäfer Tischdecke (Affiliate Links) habe ich bestellt. Außerdem habe ich Marienkäfer aus Schokolade anstelle von Tischkonfetti auf dem Tisch verteilt, was sehr gut ankam.
Das süße Geburtstagsoutfit von Maxomorra (Affiliate Link) bestehend aus einem lila Samtkleidchen mit Marienkäfer-Applikation und dazu passendem Langarmbody, hat die kleine Maid nur morgens tragen können. Danach war es zu warm.

Marienkäfer Geburtstagstafel Ballons Pool

Geburtstagstafel mit ein paar Daten des Geburtstagskindes und Luftballons im Pool…

Marienkäferparty Milestonecard Stapelwürfel

Milestone-Card und Stapelwürfel (ein Geburtstagsgeschenk)…

Marienkäferparty Geburtstagskind Mama Knutsch

Natürlich habe auch ich mich passend zum Motto in Schale geschmissen inklusive Haarreif mit Fühlern (auch aus Pfeifenputzern). Und seht mal, was auf dem Stapelwürfel mit der Nummer 1 abgebildet ist. Was ein Zufall…

Weitere Bilder von Kindergeburtstagen gefällig? Dann klickt euch mal durch zur Regenbogenparty, zum Yakari-Pow-Wow, zur Dinoparty oder zur Einhornparty der kleinen Lady.

Erziehung vom Buffet – Umgang mit Erziehungsratgebern

Erziehung Beziehung vom Buffet

Erziehung und alle wollen mitreden

„Erziehung beginnt am ersten Tag!“, mit diesen Worten entließ uns die Kinderärztin mit der kleinen Lady vor vier Jahren aus der Klinik. Sie hatte uns eben mitgeteilt, dass wir unserem Baby nun schleunigst beibringen sollten im eigenen Bett zu schlafen. Nach zwei Nächten, in denen wir alle fünf Minuten geweckt wurden, setzten wir uns über diesen gut gemeinten Rat mit Rückendeckung unserer Hebamme hinweg und holten die kleine Lady zu uns ins Bett. Und dabei sind wir geblieben bis sie vor kurzem von heute auf morgen entschied, dass sie nun in ihrem eigenen Zimmer schlafen möchte. Von ganz alleine, ohne unser Zutun…

Als Neulinge im Club der Eltern wird man häufig geradezu bombardiert mit gut gemeinten Ratschlägen zum Thema Erziehung. Jeder im Umfeld, der Kinder hat oder auch (noch) keine hat, meint seinen Senf dazu geben zu müssen und nicht selten wird die geäußerte Meinung als die einzig wahre Wahrheit dargelegt. Zu den persönlich geäußerten Tipps gesellen sich dann noch jene aus Foren, Zeitschriften und Erziehungsratgebern dazu. Irgendwann raucht einem der Kopf und man weiß nicht mehr wie man diesen Kuddelmuddel verarbeiten und umsetzen soll. Gleich vorweg: allen recht machen kann man es nicht, denn oft widersprechen sich die Äußerungen. Wie soll man also seinen Weg als Eltern finden?

Erziehung mit Bauchgefühl

Jede Familie ist ein Zusammenschluss von Individuen. Jedes Kind ist anders, jede Mutter und jeder Vater auch. Wie sollte es da das EINE Erziehungs-Beziehungs-Rezept geben, das für alle passt? Wichtig für den Anfang: aufs eigene Bauchgefühl hören. Wenn einem eine Idee oder Strategie Bauchschmerzen bereitet, steht man nicht wirklich dahinter und das spüren auch die Kinder.

Ich las anfangs Erziehungsratgeber in erster Linie um meine eigene Unsicherheit los zu werden. Ich wusste, wie es sich für mich richtig anfühlte, aber war das, was ich da tat auch gut und richtig für mein Kind? So lernte ich viel über die Hintergründe kindlichen Verhaltens und kindlicher Denkmuster. Davon ausgehend lauteten unsere ersten Erziehungsspielregeln:

  1. So viele Regeln wie nötig, so wenige wie möglich.
  2. Verboten ist, was das Kind schwer verletzen kann, gemessen an den aktuellen Fähigkeiten des Kindes.
  3. Verboten ist, was anderen Schaden zufügt. Dazu gehört auch die mutwillige Zerstörung von Eigentum anderer.

Für die erste Zeit reichten diese Regeln aus uns vollauf mit „Erziehungsarbeit“ zu beschäftigen. ;)

Erziehung vom Buffet

Manchmal braucht es aber gar keine Ratschläge und Kommentare von außen, um einen als Eltern zu verunsichern. Es gibt Momente, in denen das Kind etwas unerwartetes tut und uns so richtig dumm aus der Wäsche gucken lässt. Plötzlich funktioniert nichts mehr so, wie es vorher immer tadellos funktioniert hat. Wie soll ich jetzt reagieren? Wie damit umgehen?
Auch in solchen Fällen habe ich mir manches Mal einen Erziehungsratgeber zur Hand genommen, oder mich durch diverse Foren geschmökert auf der Suche nach Erklärungen und Ideen. Und erneut bin ich auf jede Menge widersprüchliche Argumentationen gestoßen. Hilft nur eins: wieder das Bauchgefühl einschalten und sich wie von einem Buffet nur das an Ratschlägen mitnehmen, was einem schmeckt und sich richtig anfühlt. Wohl bekomm’s!

Mein Leben als 24/7 Vollzeitmama

Entscheidung für ein Leben als Vollzeitmama

Auch wenn ich über dieses Thema hier bisher nicht ausführlich geschrieben habe, werden es sich viele sicher denken können: ich gehe derzeit nicht arbeiten, sondern bleibe als Vollzeitmama bei unseren Kindern zu Hause. Diese Entscheidung haben der Prinz und ich gemeinsam und bewusst getroffen, auch wenn die Umstände, wie es dazu kam besser hätten sein können.

Nach dem Abitur habe ich studiert und hatte das große Glück unmittelbar nach meinem Abschluss einen Job zu finden. Dass die Stelle befristet war, ließ sich nicht ändern und ich machte mir auch vorerst keine größeren Gedanken darum. Doch dann wurde geheiratet und ab dem Moment fragte mein Chef bei jeder Gelegenheit wie es denn mit der Familienplanung stehe. Meine damit aufkeimende Befürchtung letztlich nicht übernommen zu werden bestätigte sich schlussendlich. Trotzdem entschieden der Prinz und ich nicht länger aufs Kinderkriegen warten zu wollen. Vorerst musste ein Gehalt reichen.

Der Plan war drei Jahre zu Hause zu bleiben und dann ab dem Kindergartenstart der kleinen Lady weiter zu sehen. Wir wollten unser Kind nicht zu früh von Fremden betreuen lassen, selbst die frühkindliche Entwicklung begleiten und erleben. Auch der finanzielle Aspekt spielte eine Rolle. Ich hätte bis in den Nachmittag hinein mein Kind in der Krippe lassen müssen um nicht nur für die Bezahlung der Betreuung arbeiten zu gehen.

Mein Alltag als Vollzeitmama

Mein Tag mit Baby (knapp 9 Monate) und Kleinkind (knapp 4 Jahre) beginnt täglich zwischen 5:30 Uhr und 6 Uhr. Dann heißt es Kinder anziehen, das Kindergartenkind abliefern, Frühstück mit dem Baby, Haushalt und spielen mit dem Baby am Vormittag, dann Mittagessen machen und das Kindergartenkind wieder abholen. Am Nachmittag wird gespielt, oder es stehen Treffen mit Freunden der kleinen Lady und deren Müttern an, manchmal werden noch ein paar Sachen im Haushalt erledigt. Nach dem Abendessen wird dann erst die kleine Maid hingelegt, anschließend kommt die kleine Lady dazu, nachdem der Prinz sie bettfertig gemacht hat. Wir hören ein Hörspiel und meistens schlafe ich dabei ein, denn nicht selten fordert die kleine Maid noch die eine oder andere Nachtschicht von mir ein.

Es ist schön gebraucht zu werden. Es ist schön die Liebe der Kinder zu spüren und jeden ihrer Entwicklungsschritte mit zu erleben. Ich genieße es eine Vollzeitmama zu sein. Doch es gibt auch die Schattenseiten. Wenig Schlaf, noch weniger Freizeit (Zeit nur für mich tendiert ehrlich gesagt derzeit gegen Null, weshalb es auch hier im Blog aktuell ruhiger geworden ist) und Anerkennung bekommt man auch eher wenig, obwohl man sich gefühlt ständig am Rand des Möglichen befindet.

Den Tintenfisch kann ich schon, am Tausendfüßler arbeite ich noch

Genau so fühle ich mich manchmal! Den ganzen Tag am Rotieren und doch bleibt so viel, manchmal alles, liegen. Es gibt die Tage, an denen beide Kinder strahlen und ich den Haushalt, quasi nebenbei, auch noch gewuppt habe. An anderen Tagen hängen zwei heulende, schreiende Töchter an mir, ich möchte am liebsten mit heulen und der Prinz steht am Abend noch in der Küche um zumindest den Geschirrspüler laufen zu lassen. Doch darf man als nicht berufstätige, verheiratete Mutter überhaupt jammern? Was sollen da erst Alleinerziehende oder Mehrlingseltern sagen?

Was die Zukunft bringt…

…weiß ich noch nicht. Gehe ich wieder arbeiten? Bleibe ich zu Hause? Vor der Geburt unseres ersten Kindes stand für mich fest, dass ich auf jeden Fall wieder arbeiten gehen möchte. Warum? Angst zu vereinsamen, zu versauern, weltfremd zu werden. Heute ist ein Leben als „nur“ Hausfrau und Mutter auch nicht mehr so alltäglich und angesehen wie noch in der Generation unserer Mütter. Dazu die hundertprozentige finanzielle Abhängigkeit vom Mann und seinem Job. Und was wird aus mir, wenn mich die Kinder eines Tages nicht mehr brauchen? Ich quasi in doppeltem Sinne „arbeitslos“ werde?

Aktuell bin ich froh das Thema noch eine Weile vor mir herschieben zu können. Die kleine Maid ist noch nicht mal ein Jahr alt und auch mit ihr möchte ich auf jeden Fall die ersten drei Jahre zu Hause bleiben. Danach sehen wir weiter. Aber eine kleine Nachricht an die Arbeitswelt da draußen möchte ich doch noch loswerden: Wenn ich wieder arbeiten möchte, dann gebt mir eine Chance ihr potentiellen künftigen Chefs. In Punkto Belastbarkeit und Flexibilität mir keiner was vormachen. Ich bin nicht nur Vollzeitmama, ich bin eine Familienmanagerin!