Jungs, geht spielen
Zur Abwechslung möchte ich heute mal etwas über meinen Prinzen schreiben (mit seinem Einverständnis natürlich).
Mein Prinz ist nicht nur in Sachen Herzensangelegenheiten immer meine erste Wahl, sondern gibt auch einen perfekten Krankenpfleger, Postboten und Chauffeur ab. Wenn unsere Monster-Kaninos zum Tierarzt müssen, wird er zu Löwenbändiger und Löffelflüsterer. Außerdem ist er Küchenchef und Meisterkoch. Manch einer würde für seine Aubergine-Lasagne über Leichen gehen…
Als PC-Guru ist er 24/7 für jedes Problemchen da und auch handwerklich hat er mords was auf dem Kasten.
Gestern habe ich meinem fleißigen Prinzen Ausgang gewährt, denn sein Bruder hat ihn zu seinem Geburtstag mit einem Frankfurt Eintracht-Shirt und einem Pokalspiel-Ticket bedacht. Als ich meinen Prinzen am Spätnachmittag an der Bahn absetzte, kam ich mir ein bisschen mütterlich vor, denn da waren noch andere Freundinnen, die ihre “Jungs” zum spielen schickten. ^-^
Man könnte jetzt den Eindruck gewinnen der Prinz sei ein typischer Fussball-Fanatiker, der an gewissen Tagen die Macht über die Fernbedienung erringt, um anschließend lautstark nach seiner Dose Bier zu verlangen, aber das trifft absolut nicht zu. Als ich ihn kennen lernte waren sein Eintracht-Schal in Kombination mit einer schwarzen Lederjacke im Sommer und einer lila Chicago Bulls-Bomberjacke im Winter seine Markenzeichen. Als ich ihn mal darauf ansprach meinte er die Eintracht sei ganz okay und er sei früher gerne mit seinem großen Bruder zu Spielen ins Stadion gegangen, aber ein so großer Fußball-Fan war und ist er eigentlich nicht. Das Geburtstagsgeschenk dürfte für ihn und seinen Bruder also in erster Linie einen Hauch von Nostalgie versprüht haben.
Ansonsten sehen wir uns gerne mal ein Länderspiel an und verfolgen auch WM und EM begeistert und mit Spannung, aber sonst sportelt der Prinz lieber selbst, statt anderen dabei zuzusehen.
Noch lieber scheucht er kleine Pixelhelden durch virtuelle, dicht bewaldete Gegenden. Der Prinz ist ein Rollenspiel-Raudi, der immer die gleiche Art Helden wählt: den Barbar – groß, stark, dümmlich. *kicher*
Und wie verbingt man einen freien Abend, wenn man mal verdudelt hat die Mädelsfront zu einer spontanen DVD-Session oder einem Pyjama-Abend einzuladen? Mit Feedreader durchfosten, bloggen, zappen (da lief so eine echt interessante Japan-Doku auf Arte) und natürlich den persönlichen News-Ticker, der alle paar Minuten von Prinzen via ICQ reinkommt, verfolgen. Noch Fragen?
Übrigens: Die Eintracht hat 6:4 gewonnen. Jubel, Trubel, Heiterkeit. *lach*



















@ Sari: *kicher*
hachja, helden und prinzen sind ja nicht umsonst helden und prinzen, nicht wahr?
@ Juro: Schön, dass du das so siehst. Und ich finde es toll, dass du den Film so aufgenommen hast. Ich bin also nicht allein, wenn ich aus Filmen und Büchern öfter mal richtig viel für mein eigenes Leben mitnehme.
@ Kathi: *kicher* Ja, denke schon dass die Jungs Spaß hatten.
@ Anna: Jaja, unsere Kerle, wie wir sie kennen und lieben.
oh sehr schön geschrieben
mein freund ist da ähnlich. er ist nicht fussballsüchtig, schaut aber auch wm und em. spielen kann er leider nicht mehr, da er mal einen kreuzbandriss hatte, dafür jagt er pixelfigürchen über den fifa-rasen
Hach, ich weiß gar nicht, was ich dazu noch schreiben soll!
Hoffentlich hat ja dein Prinz Spaß gehabt!
Dir noch einen schönen Tag
wow – *gerührt sei* danke
Wenn man so einen tollen Eintrag erntet, dann hat sich die ganze Mühe (die ja eigentlich keine ist) doch mehr als gelohnt. Oft fällt es doch schwer, die eigenen Interessen und subjektiven Sichtweise zurückzustellen – doch manchmal wird man in seinen Entscheidungen wieder bestätigt. Der Film “17 Again” hat da wirklich auf tolle unterhaltsame Art diesen Zwiespalt dargestellt.