Hier bloggt Prinzessin Maru. Hadden in meinem kleinen Königreich!
Mehr über mich?

News: Blogger-Weihnachts-Märchen

Kalender

Mai 2009
M D M D F S S
« Apr   Jun »
 123
45678910
11121314151617
18192021222324
25262728293031

Wo ist eigentlich…

Kategorien

Blog-Favs:

  • Abraxandria
  • An Angel´s white Wings
  • Beetlebum
  • Candy Magic
  • Consuela
  • Justalive
  • LilaLaunen
  • Mondgras
  • Mondkaninchen
  • Rinjah
  • Schwarzekreide
  • Stephness
  • Wurzelleben

Blog-Projekte

  • KaKao-Party
  • Projekt 52

Blog-Services:

  • BloggerAmt
  • Blogverzeichnis
  • Blogverzeichnis – Blog Verzeichnis bloggerei.de

Link mich...

  • Princess Attitude

Sonstiges:

  • Amazonwunschliste

Archiv für den 15. Mai 2009

Irgendwas, das bleibt…

Freitag, 15. Mai 2009

Wie in dem aktuellen Titel der Gruppe Silbermond, sehne auch ich mich immer wieder nach “Irgendwas, das bleibt”. Ich bin ein Gewohnheitstier, das sich am wohlsten mit einem festen Tagesablauf fühlt und keine Langeweile verspürt beim immer gleichen Trott, der mich durch die Jahreszeiten wiegt. Neue Situationen sind mir meist unangenehm und machen mir Angst. Und doch gibt es kaum etwas, das sich nicht verändert. Und manche Veränderungen sind ja auch sehr gut…
Den bisher härtesten Knacks hat mir erstaunlicher Weise die Vertreibung aus meiner zweiten Heimat zugesetzt. Erstaunlich deshalb, weil mir schon einige Dinge in meinem Leben wie schwarze Tintenflecke auf einem weißen Taschentuch erschienen, aber dieser schmerzte wirklich bisher am meisten.

Seit meiner Geburt sind wir jedes Jahr (wirklich jedes!) mindestens einmal im Jahr zum Campen nach Österreich an den Millstätter See in Kärnten gefahren. Die Fahrt von ca. 8 Stunden erschien uns Kindern immer endlos lang und wir haben auf der Rückbank im Auto versucht zu schlafen, damit die Zeit etwas schneller vergeht. Am meisten gefreut haben wir uns auf den Zwischenstop bei Mc Donalds in Geiselwind. Dort gab es erst die “Juniortüte”, ein paar Jahre später das “Happy Meal”…
Irgendwann kamen dann endlich die ersten Berge in Sicht, mein kleiner Bruder meint “Die Wolken hängen wie Schaum in den Bergen.” und alle lachen. Ab da wird dieser Spruch jedes Jahr zum Besten gegeben beim Anblick der ersten Berge. 
Und dann kam die Grenze nach Österreich in Sicht. Wir verhielten uns immer ganz still, wenn Papa an dem Grenzbeamten die Papiere reichte. Bloß nicht auffallen. Anspannung! Ein bisschen das Gefühl sich “rüber schleichen” zu müssen. Bloß kein Muks! Und dann nickte der Grenzbeamte und wir durften die Grenze passieren. Großer Jubel brach aus!
Nach einigen Jahren standen keine Leute mehr an der Grenze. Die Häuschen des Grenzgebäudes lagen da wie ausgestorben. Keine Anspannung, mehr einfach still hinüber fahren, dafür ist der Jubel etwas leiser geworden. Noch ein paar Jahre verschwand auch die österreichische Währung “Schilling” und der Euro kam und mit ihm verschwanden die Gebäude an der Grenze. Nur ein Schild markiert seither die Grenze nach Österreich. Kein Jubel mehr, statt dessen wehmütiges Zurückerinnern.
Auf dem Campingplatz angekommen wurde der Wohnwagen abgestellt und unsere Eltern begannen das Vorzelt aufzubauen, während ich meinen Bruder bewaffnet mit einigen Süßigkeiten (als Picknick) in seinem rot-gelben Plastik-LKW an einer Schnur über den Campingplatz bis zum Spielplatz zog. Es war ein kleiner Spielplatz mit einer zerbeulten Rutsche, deren blaue Farbe bereits abblätterte, zwei Reifenschaukeln und einem kleinen Holzhäuschen. Irgendwann wurde die Rutsche neu gestrichen und der Spielplatz zum Gelände für die “Kleinen” erklärt, während für die “Großen” ein neuer, größerer Spielplatz errichtet wurde. Mit einer orangenen Riesenrutsche, einem Karussel zum selber drehen und einem Stall mit Ponies und Ziegen. Herrlich! Solche Veränderungen liebten wir! Und wenn unsere Eltern abends in der Campinggaststätte Pizza aßen, gab es für uns nichts schöneres als auf dem Spielplatz herum zu toben und uns immer wieder ein Stück Pizza abzuholen, nur um erneut davon zu flitzen. Noch heute esse ich meine Pizza am liebsten mit Salami und Champignons und direkt aus der Hand!
Wenn es warm war, ging es an den See ins Strandbad Sittlinger, die noch heute die leckersten, größten Eisbecher haben (auch wenn das Restaurant des Strandbads jetzt in einem neuen, viel größeren Häuschen ist und das ehemalige Restaurant jetzt Teil einer Ferienwohnung ist). Früher hatte ich regelmäßig trotz Sonnencreme einen Sonnenbrand und ich weiß noch wie das Ypsilin (Desinfektionsmittel, das auch super gegen Verbrennungen und alles mögliche andere hilft) den Schlafanzug an meiner Haut festklebte. Nach ein paar Tagen war der Schmerz vergessen und es ging wieder in die Sonne zum Sandburgen bauen. Immerhin: Damals wurde ich noch richtig schön braun. Irgendwann bekam der Campingplatzbesitzer sein eigenes Strandbad und wir gingen zum Sittlinger nur noch zum Essen. Erst als ich meine Kaninchen das erste Mal mit in den Urlaub nahm, kehrten wir in unser ehemaliges Stammstrandbad zurück, weil wir die Besitzer kannten und sie es uns erlaubten die Kaninchen mit auf die Wiese zu nehmen. Manche Dinge können sich also auch zurück ändern.

Ich habe noch unzählige, weitere schöne Erinnerungen an meine Zeit in Österreich, doch letztes Jahr ging diese Zeit unweigerlich zuende. Wir hatten unser 25jähriges Jubiläum, dann ein unerklärlicher Streit mit den Besitzern des Campingplatzes und das Ende vom Lied: Wir mussten im wahrsten Sinne des Wortes “alle Zelte abreißen”. Es tut mir immernoch in der Seele weh, auch wenn wir dieses Jahr nach einem Jahr Pause wieder an den Millstättersee fahren, dieses Mal allerdings in eine Ferienwohnung.

Und wieder frage ich mich, gibt es nicht irgendwas, irgendwas, das bleibt?

Marus Reise-Countdown:
noch 14 Tage bis Berlin
noch 63 Tage bis Österreich